Wenn die Wunde nicht heilt: An wen wende ich mich?
Eine chronische Wunde bringt oft mehr Fragen mit sich, als man am Anfang erwartet. Plötzlich geht es nicht mehr allein um die offene Stelle selbst. Die Wunde braucht eine regelmässige Versorgung, die Ursache muss geklärt sein und die nächsten Schritte sollten aufeinander abgestimmt werden.
Dabei können verschiedene Fachpersonen beteiligt sein: der Hausarzt, SpitexCare, die Rodday-Wundspitex oder bei Bedarf weitere Spezialistinnen und Spezialisten. Für Betroffene ist das nicht immer leicht zu überblicken. Deshalb zeigen wir, an wen Sie sich wenden können, wer welche Rolle übernimmt und wie eine professionelle Wundabklärung typischerweise abläuft.
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Wer ist die erste Anlaufstelle bei einer nicht heilenden Wunde?
Im Normalfall ist der Hausarzt oder die Hausärztin die erste Anlaufstelle. Diese kennen die gesundheitliche Vorgeschichte, bestehende Erkrankungen und Medikamente. Gerade bei chronischen Wunden ist dieses Gesamtbild sehr wichtig.
Betroffene oder Angehörige können sich aber auch direkt bei einer spezialisierten Wundspitex melden. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn die Versorgung zu Hause stattfinden soll. In diesem Fall beziehen dann die Fachpersonen den Hausarzt mit ein, damit die Versorgung medizinisch abgestimmt bleibt.
Für die erste Kontaktaufnahme müssen Betroffene keine Fachbegriffe kennen. Wichtig sind einfache Angaben: Wie lange besteht die Wunde? Wo befindet sie sich? Bereitet sie Schmerzen? Gab es bereits eine Behandlung? Es reicht, die Wunde so zu beschreiben, wie man sie im Alltag erlebt.
Welche Rolle übernehmen Hausarzt, SpitexCare und Rodday-Wundspitex?
Der Hausarzt behält in der Regel den formalen Lead. Er trägt die medizinische Verantwortung, verordnet die Behandlung und wird über wichtige Entscheidungen, Veränderungen und den Verlauf informiert. Unsere Wundexpertinnen und Wundexperten arbeiten deshalb nicht losgelöst vom Arzt, sondern stimmen sich mit ihm ab.
Wundexpertinnen und Wundexperten von Rodday bilden unsere spezialisierte Wundspitex. Sie kommen zur betroffenen Person nach Hause, beurteilen die Wunde fachlich und schauen sich die ganze Situation an. Dazu gehören zum Beispiel die Dauer der Wunde, bisherige Behandlungen, Schmerzen, Grunderkrankungen, Medikamente und die Frage, wie die Versorgung zu Hause funktionieren kann.
Nach der Erstbeurteilung bespricht unsere Wundspitex ihre Einschätzung mit dem Hausarzt. Gemeinsam legen sie fest, wie die Wunde weiter versorgt wird. Je nach Situation übernimmt die Wundspitex auch die laufende Behandlung zu Hause. In vielen Fällen tragen die Wundexpert:innen den grössten Teil der Wundversorgung. Je nach Setting arbeiten auch gewöhnliche Spitex sowie diese von SpitexCare oder weiteren Partnern mit.
SpitexCare hat die Rolle der Vermittlerin. Dies zwischen Patient, Hausarzt und den Wundexpertinnen und Wundexperten. SpitexCare hilft dabei, die Versorgung im Alltag gut umzusetzen. Wenn sich Betroffene, Angehörige oder Ärzte bei SpitexCare melden, kann SpitexCare den Erstbesuch übernehmen. Ist Rodday nicht direkt dabei, erhält die Rodday-Wundspitex die nötigen Informationen, um die Wunde fachlich mitbeurteilen zu können.
So arbeiten Hausarzt, SpitexCare und Rodday-Wundexpertinnen nicht nebeneinanderher. Sie stimmen sich laufend ab und richten die Versorgung an der Situation der betroffenen Person aus.
Ab wann braucht es spezialisierte Wundberatung?
Spezialisierte Wundberatung ist sinnvoll, sobald eine Wunde nicht wie erwartet heilt. Betroffene sollten nicht erst warten, bis die Wunde grösser wird oder mehrere Behandlungen erfolglos ausprobiert wurden.
Wundexpertinnen und Wundexperten sollten besonders dann beigezogen werden, wenn die Wunde seit längerer Zeit offenbleibt, trotz Versorgung nicht kleiner wird oder immer wieder Beschwerden macht. Auch wenn unklar ist, warum die Heilung stockt, lohnt sich eine fachliche Einschätzung. Gerade am Anfang dient die Wundspitex als Wegweiser: Welche Versorgung passt? Braucht es andere Materialien? Muss die Stelle entlastet werden? Spielen Grunderkrankungen eine Rolle? Eine spezialisierte Wundberatung hilft, diese Fragen früh zu klären und die weitere Behandlung gezielt zu planen.
Wie läuft eine professionelle Wundabklärung ab?
Eine professionelle Wundabklärung beginnt mit einem genauen Blick auf die Wunde und die Lebenssituation der betroffenen Person. Die Wundspitex, bestehend aus unseren Wundexperten und Wundexpertinnen, nehmen sich Zeit, um zu verstehen, wie lange die Wunde besteht, was bisher gemacht wurde und welche Beschwerden im Alltag entstehen.
Dabei geht es nicht nur um die Wunde selbst. Auch Infos zum Alltag sind wichtig: Belastet die betroffene Person die Wunde beim Gehen, Sitzen oder Liegen? Gibt es Schmerzen? Welche Medikamente nimmt sie? Welche Grunderkrankungen spielen mit? Und wie lässt sich die Behandlung so planen, dass sie zu Hause gut funktioniert?
Nach der ersten Beurteilung spricht die Wundspitex mit dem Hausarzt. Sie schildert ihre Einschätzung und schlägt die nächsten Schritte vor. Stimmt der Arzt dem Therapievorschlag zu, setzen die Fachpersonen die Behandlung in einem passenden Rhythmus um, dies kann auch mehrmals in der Woche sein.
Entwickelt sich die Wunde nicht wie erwartet, reagieren die Beteiligten gemeinsam. Die Wundexpertinnen und Wundexperten informieren den Arzt über positive, negative oder stagnierende Verläufe. So lässt sich die Behandlung anpassen, bevor wertvolle Zeit verloren geht.
Nicht allein weiterprobieren
Eine chronische Wunde braucht keine endlosen Versuche zu Hause, sondern eine klare Einschätzung. Wer unsicher ist oder merkt, dass eine Wunde nicht heilt, sollte früh fachliche Unterstützung holen.
Der richtige Weg kann über verschiedene Anlaufstellen führen. Wichtig ist, den ersten Schritt zu machen. Danach können Hausarzt, SpitexCare und Wundexpertinnen und Wundexperten die Situation gemeinsam einordnen und die Versorgung abstimmen.